Elternverein Nordrhein-Westfalen e. V.

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Bilanz einer grünen Schulministerin

Zum ersten Mal in der Geschichte Nordrhein-Westfalens lag das Schulministerium in der Hand einer Ministerin der Partei Bündnis90/Die Grünen, von Sylvia Löhrmann. Diese Partei hatte 2010 bei der Landtagswahl 12 % der Stimmen holen können. Ministerin Löhrmann erinnerte auf dem Parteitag am 30.03.2012 u. a. an die Abschaffung von Kopfnoten und Studiengebühren und rühmte sich: „All das und noch viel mehr haben wir durchgesetzt“. Den Schulkonsens nannte Löhrmann „unseren Erfolg“, weil das, was von SPD, CDU und Grünen beschlossen wurde, bereits von einem Grünen-Parteitag 2008 in das Programm geschrieben worden sei (Bericht Bonner General-Anzeiger, 31.03./01.04.2012).

Ministerin Löhrmann hat ihre Zeit auf diesem Schul-Chefsessel genutzt. Sie hat mit Hilfe von Landtagsmehrheiten nicht nur

·         die gerade 2006 wieder eingeführten Kopfnoten - also die Noten für Arbeits- und Sozialverhalten - erneut abgeschafft, sie hat auch

·         Noten in der Grundschule wiederum in das Belieben der Schulkonferenz, des Entschei­dungsgremiums in wichtigen Fragen, gestellt,

·         die Schulformempfehlung der Grundschule entwertet, indem sie den Prognoseunterricht für diejenigen abschaffte, denen die Grundschule ein „nicht geeignet“ für Realschule oder Gymnasium bescheinigt hatte,

·         die Drittelparität von Lehrern, Schülern und Eltern in der Schulkonferenz eingeführt und damit Mehrheiten von Schülern und Eltern gegen die Fachpädagogen ermöglicht,

·         das Tor für neue integrierte Gesamtschulen breiter geöffnet, indem sie die Mindestschü­lerzahl bei der Errichtung von 112 auf 100 herabsetzte,

·         mit der Sekundarschule eine neue vorrangig integriert geführte Schulform begründet, für die in integrierter Form das Land höhere Zuwendungen zahlt als in der ebenfalls möglichen kooperativen Form.

In allen diesen Fällen geigt die Ministerin an den wirklichen Aufgaben von Schule vorbei, der bestmöglichen Bildung und Erziehung jedes einzelnen Kindes; denn Kinder sind verschieden nach Anlagen, Aufnahmebereitschaft und familiärer Begleitung. Der Ministerin hat die parteipolitische Ideologie staatlich gesteuerter Gleichheit die Hand geführt. Und dies trotz der gesetzlichen Vorgabe individueller Förderung, die auch die Ministerin immer wieder betonte. Es gibt keine wissenschaftliche Untersuchung, die dem „gemeinsamen Lernen“ aller Schülerin­nen und Schüler in integrierten Schulen einen höheren Lernwert zumißt als dem getrennten Lernen in Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien oder entsprechenden Schulzweigen. Dagegen gibt es viele Vergleichsun­tersuchungen, die dem „gemeinsamen Lernen“ einen geringeren Lernwert bescheinigen.

Der Philologenverband in Schleswig-Holstein plante eine Pro- und Contra-Diskussion zum „gemeinsamen Lernen“. Es gelang ihm nicht, einen einzigen Erziehungswissenschaftler für das Pro zum „gemeinsamen Lernen“ zu finden! (Pressemitteilung des PhV Schleswig-Holstein v. 24.01.2012). Die ehemalige NRW-Schulministerin Gabriele Behler (SPD) beklagte öffentlich, daß wissenschaftliche Befunde keinen Eingang in die Schulpolitik fänden (Tagung des Deutschen Philologenverbandes, Profil Nr. 11/2011) Wer wis­senschaftliche Befunde und Erkenntnisse beiseite schiebt und schlicht ignoriert, vertritt keine gute Schulpolitik. Er mißbraucht die Schule zur Gesellschaftspolitik der Gleichmacherei. Läßt das die leuchtende Sonnenblume erwarten, die das Zeichen der Partei Bündnis 90/Die Grünen ist?

Siehe auch: Elternbrief 124

Dr. Gisela Friesecke


WAS IST VON MÖGLICHEN KLEINEREN KOALITIONSPARTNERN ZU ERWARTEN ?

Bündnis 90/ Die Grünen NRW

§      wollen die Schule von Grund auf neu denken und gestalten

§      das längere gemeinsame Lernen ausbauen

§      jede Schule soll jedes einmal aufgenommene Kind bis zu einem qualifizierten Schulabschluß fördern

§      Ziel: eine gemeinsame Schule für alle Kinder bis zum Ende der Pflichtschulzeit – „alle“ Kinder schließt Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ausdrücklich ein

§      Inklusion soll an allen Schulen und Schulformen stattfinden

§      alle Schulen sollen langfristig im gebundenen Ganztag geführt werden

§      die Schulen sollen unterschiedliche sexuelle Identitäten – lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell – als gleichwertige und selbstverständliche Lebensweisen vermitteln – mit dem Ziel, selbstbestimmt die eigene sexuelle Identität finden zu lassen

(Quelle: „Grüner Zukunftsplan: Update 2012 mit Hinweis auf Zukunftsplan für NRW-Programm zur Landtagswahl 2010“ – www,gruene-nrw.de/update 2012)

DIE  LINKE  NRW   steht für:

§      Erweiterung der demokratischen Mitbestimmungsrechte von Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Beschäftigten und Eltern

§      „Eine Schule für Alle“, in der alle Kinder bis zur zehnten Klasse gemeinsam lernen – inklusive Lehr- und Lernmittelfreiheit und kostenlosem, gesundem Schulessen für alle Kinder (dieses Konzept soll sofort und nicht über den Weg der Abschaffung der Hauptschule oder der Einführung von Verbundschulen umgesetzt werden)

§      Abschaffung des Turboabiturs nach 12 Jahren, der zentralen Abschlußprüfungen und der Kopfnoten

§      Einführung eines gemeinsamen Ethikunterrichts als Pflichtfach. Unterricht in den verschiedenen Religionen wird nach Möglichkeit angeboten, ist jedoch freiwillig

(Quelle: Landtagswahlprogramm)

 

FDP NRW will sich einsetzen für:

§      Ausbau der Betreuung für unter Dreijährige

§      Ausbau und Qualitätssteigerung für KITAS mit flexibleren Betreuungszeiten, Optimierung der  Sprachförderung

§      eine Bildungspolitik, die jedes Kind individuell fördert, statt alle gleich machen zu wollen,

§      Leistungsdifferenzierung  in den Schulen bei mehr finanzieller, organisatorischer und pädagogischer Freiheit – NRW braucht starke Gymnasien

§      mehr Kinder mit Behinderungen in allgemeinen Schulen, aber Erhalt der Förderschulen mit  ihrer pädagogischen Kompetenz

§      Förderung der Hochbegabten

(Quelle: Aussagen zur Landtagswahl 2012 in Faltblatt und Netzseite)

 

DIE PIRATEN NRW fordern:

§      bessere Durchlässigkeit des Schulsystems in NRW

§      beitragsfreie Ganztagsbetreuung in wohnortnahen Kindertagesstätten mit kind- und elterngerechten Öffnungszeiten für Kinder flächendeckend ab dem ersten Lebensjahr

§      ein eingliedriges Schulsystem

§      Abschaffung der Kopfnoten, Ersatz der Noten durch ein Zertifikatssystem

§      das gemeinsame Lernen und Aufwachsen von Kindern mit und ohne Behinderung

§      eine „IT-Initiative Bildungsinnovation“. Dabei soll das Land nach und nach alle Schüler ab dem fünften Schuljahr mit standardisierten, mobilen, digitalen Endgeräten ausstatten

§      Umstrukturierung von Schulen in selbstverwaltete Einheiten, die auf demokratischem Weg über die Verwendung ihrer finanziellen und personellen Ressourcen sowie über ihre Methoden und Unterrichtsplanung selbst entscheiden

(Quelle: http://wiki.piratenpartei.de/NRW-Web:Wahlprogramm_2012

Siehe auch: Elternbrief 142


Noten im 3. Schuljahr?

Unverändert sind unsere Informationen aus dem Jahr 1996 zutreffend, als zum ersten Mal den Schulkonferenzen erlaubt wurde, den Grundschülern noch im 3. Schuljahr Noten vorzuenthalten:

Die Notengegner meinen:

·        Noten sind ungerecht.
Wenn die Kinder in die Schule kommen, ist ihr Wissen und Können verschieden. Sie müssen sich unterschiedlich stark anstrengen, um rechnen, lesen, schreiben und anderes mehr zu lernen. Noten messen nur den Lernerfolg und nicht die Anstrengungen des einzelnen Kindes.

·        Noten benachteiligen die Kinder, denen das Lesen, Schreiben und Rechnen schwer fällt.
Noten gibt es nur für Lernfächer, aber nicht für ebenso wichtige Fähigkeiten wie z. B. Lernbereitschaft, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewußtsein.

·        Schlecht Noten entmutigen.
Ohne Angst vor schlechten Zensuren könnten lernschwächere Kinder ihre Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen besser entwickeln.

·        Noten bewirken, dass unter Kindern Konkurrenzstreben entsteht und Eltern Leistungsdruck auf ihre Kinder ausüben.
Lernberichte dagegen müssen ermutigend abgefaßt sein. Sie verhindern einen direkten Leistungsvergleich mit den Mitschülern.

Warum Ja zu Noten? 

·        Noten sind den Kindern wichtig.
Für viele Kinder ist die Schule die erste Gelegenheit, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten ernsthaft mit denen Gleichaltriger zu messen. Kinder suchen den Wettbewerb  und das nicht nur im Sport!

·        Noten haben erzieherischen Wert. 
Noten machen Erfolg und Mißerfolg deutlich. Kinder müssen lernen, mit beidem umzugehen. Je früher Noten in der Schule einsetzen, umso leichter fällt es den Kindern, sich an Leistungsbewertungen zu gewöhnen. Regelmäßige Gespräche zwischen Eltern, Lehrern und Schülern ergänzen die Note.

·        Noten spornen an, auch die schlechten. 
Die Note bewertet nicht die Person des Kindes, sondern nur die gezeigte Leistung. Erfahrungsgemäß strengen sich Kinder auf Dauer nicht an, wenn es keine Noten gibt. Noten bieten keinen Grund zur Angst. Angst haben Kinder höchstens vor unangemessenen Reaktionen von Eltern und Lehrern.

·        Noten sind klar verständlich. 
Nicht alle Eltern - am wenigsten die ausländischen Eltern - können die in einer Fachsprache abgefaßten Berichtszeugnisse richtig verstehen. Diese Eltern haben ohne Ziffernnoten keine oder nur sehr ungenaue Kenntnisse über den tatsächlichen Leistungsstand ihrer Kinder.

·        Noten sind vergleichbar. 
Aus Lernberichten können die Eltern nicht erkennen, was ihr Kind im Vergleich zu anderen Kindern leistet. Das aber müssen die Eltern wissen, um für das Kind am Ende der Grundschulzeit die richtige weiterführende Schule auszuwählen, die es fördert, aber nicht überfordert.

Eltern und Kinder wissen, daß Menschen verschieden begabt sind. Trotz guter Förderung bleiben Unterschiede im Lernerfolg bestehen. Kinder ernst zu nehmen heißt, sie nicht in Watte zu packen. Sie haben Anspruch auf eine klare Beurteilung ihrer Fähigkeiten und Schwächen.

Für Eltern und Lehrer gilt, jedes Kind mit seinen individuellen Begabungen anzunehmen und zu ermutigen.

Darum rät der Elternverein  NRW: 

Ja zu Noten - 

spätestens im 3. Grundschuljahr, 

am besten bereits Ende des 2. Grundschuljahres !

Verantwortlich: W.Stürmer / Dr. G. Friesecke


„ELTERNWILLE“  UND DAS SCHULANGEBOT VOR ORT

Schulministerin Sylvia Löhrmanns Lieblingssatz: „Keiner wird gezwungen“. Und der zweite: „Wir können die Eltern nicht beeinflussen“. Diese beiden Sätze sagt sie gern in einem Atemzug. Das klingt so beruhigend! Wie aber sieht die Lage wirklich aus?

Die Probleme
Nicht zu übersehen ist: Weniger Schüler werden im Sommer 2012 auf weiterführende Schulen wechseln als in früheren Jahren. Und: in sehr vielen Orten werden die Schülerzahlen noch weiter zurückgehen. Offenkundig ist auch, daß die Hauptschulen von vielen Eltern als „Sackgassen“ angesehen werden – das sie nicht sind - und daß die Eltern  ihr Kind dort nicht mehr anmelden. Weiterführende Schulen, die nicht zukünftig gesichert jedes Jahr zwei Eingangsklassen bilden können, müssen in der Regel geschlossen werden

Regine Schwarzhoff, 
Landesvorsitzende Elternverein NRW e. V.

Wer ist gefordert?
In dieser Lage sind die Kommunen gefordert, die für das Schulangebot  vor Ort zuständig sind. Der Rat der Gemeinde oder der Stadt läßt von Einrichtungen wie „Institut für Schulentwicklungsforschung“, „Projektgruppe Bildung und Region“ oder „Lehrstuhl für pädagogische Forschung“ für teures Geld ein Gutachten erstellen. Darin steht meistens, eine Gesamtschule oder eine „Gemeinschaftsschule“ – neuerdings an deren Stelle die gesetzlich verankerte  „Sekundarschule“ - sei die Lösung aller sozialen, demographischen und finanziellen Probleme der Kommune. Der Gemeinderat oder der Stadtrat stützt sich auf das Gutachten und beschließt einen entsprechenden Schulentwicklungsplan einschließlich der Feststellung, welche Schulen für die neue geschlossen werden müssen.

Was geschieht dann?
Als nächster Schritt werden Eltern befragt: die Eltern der Kinder im dritten und vierten Grundschuljahr. In der Information der Kommune beschreibt man Vorteile des „Länger gemeinsam Lernens“, den Verzicht auf ein „Aussortieren“ im 4. Schuljahr, das Offenhalten des Bildungsweges und das Angebot „gymnasialer Standards“. Das klingt so anheimelnd.  Die Grundschuleltern beantworten den Fragebogen wahrheitsgemäß: zu solch einer Schule würden sie ihr Kind gern schicken. Diese Antwort fällt umso leichter, als sie wissen, daß sie damit noch keine Verpflichtung eingehen, ihr Kind auch wirklich an der neuen Schule anzumelden. Oft wird sogar geraten, das Kreuzchen an der „richtigen“ Stelle zu machen, um den Eltern zu helfen, die es mit der neuen Schule wagen wollen.

Wo bleiben die Eltern, deren Kinder Hauptschulen oder Realschulen besuchen, die geschlossen werden sollen? 
Vorgesehen ist, daß die Eltern der fünften, sechsten, siebenten, achten, neunten und zehnten Hauptschul- und Realschulklassen ihre Meinung nur im Rahmen der Schulmitwirkung an ihrer Schule äußern, ihre Vertreter werden als Mitglieder der Schulkonferenz der aufzulösenden Schule gefragt. Die Entscheidung der Schulkonferenz hat jedoch kaum Wert gegenüber den Stimmen der Grundschuleltern. Die auslaufenden Schulen dürfen keine Anmeldungen mehr für neue  fünfte Klassen entgegennehmen. Die jetzigen Schülerinnen und Schüler seien  doch von der Auflösung nicht betroffen, wird gesagt, angeblich  können sie ihren Bildungsweg zu Ende gehen.

Wie laufen Schulen aus?
Ihren Bildungsweg zu Ende gehen! Das trifft für die zehnten Klassen organisatorisch zu, vielleicht auch für die neunten  und achten. Dann werden meist die auslaufenden Schulen  verlagert in andere ältere Gebäude, weil das bisherige schöne für die neue Schule gebraucht wird. Zuerst wandern die guten Lehrkräfte ab und lassen sich zu gesicherten Schulen versetzen, nach und nach auch alle anderen. Zuletzt ist es nicht mehr vertretbar, den Schulbetrieb noch für ein oder zwei Klassen aufrechtzuerhalten. Und Abschlußklassen müssen sich  - während ihrer Vorbereitungen auf die nunmehr zum Teil landesweiten Prüfungen – auf andere Orte und andere Lehrkräfte einstellen. Solche Erfahrungen gibt es, denn schon manche Schulen wurden  bisher zugunsten von neuen Gesamtschulen geschlossen.

Es zählt allein der Elternwille von Grundschuleltern! Wenn die Stimmenzahl für die neue Schule bei der Befragung nicht ausreicht, kann „hochgerechnet“ werden.  Das heißt, die Zahl wird erweitert, als ob alle betroffenen Grundschuleltern sich an der Abstimmung beteiligt und im gleichen Prozentanteil wie die Abstimmenden  für die neue Schule gestimmt hätten. Darin liegt ein Zwang, Frau Ministerin! Eltern, die sich an der Fragebogenaktion nicht beteiligen, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Befürworter einer neuen Gesamtschule oder Sekundarschule!

Was sollten Grundschuleltern bei so folgenreicher Entscheidung wissen?

Welche Schultypen sind möglich?  

Hauptschule

Die Hauptschule fördert Kinder, die mehr praktisch als theoretisch interessiert sind, denen die Tätigkeiten mit dem Kopf weniger liegen, die deshalb die Menge des Unterrichtsstoffes in der Grundschule nur mühsam und langsam aufnehmen. In der Hauptschule sind die Lernschritte kleiner, die Lernwege anschaulicher, die Lerninhalte praktischer. Dort leben Kinder auf.  Sie erleben nicht mehr täglich, daß andere viel schneller sind und mehr wissen. Sie haben hier Lernerfolge, die ihnen in der Grundschule meist versagt blieben. Sie gewinnen Selbstvertrauen und Lernfreude. Die Hauptschule bietet Schutz. Mehr ... 

 Realschule  

In die Realschule gehen Kinder aus allen Bevölkerungsgruppen, denen das Lernen im Kopf nicht gerade schwerfällt, aber die darin nicht ihre vorrangigen Ziele sehen. 

Die Realschule  steht in der Mitte zwischen Hauptschule und Gymnasium. Sie ist die erfolgreichste Schulform in NRW, denn 96 % ihrer Schülerinnen und Schüler verlassen sie mit dem Mittleren Abschluß, davon die Hälfte mit der Berechtigung zum Übergang in eine gymnasiale Oberstufe. Rund 30 % nutzen diese Berechtigung und wechseln, überwiegend an Gymnasien oder Berufskollegs.

Gesamtschule

Die Gesamtschule ist eine Schule für alle Kinder und führt die Klassen 5-10 und 11-13. In ihr sind in den Klassen 5-10 die Bildungsgänge von Hauptschule, Realschule und Gymnasium verschmolzen (integriert). Sie ist mindestens vierzügig. In den Klassen 5 und 6 werden  alle Kinder gemeinsam unterrichtet. Ab Klasse 7 gibt es für leichter lernende Schüler Erweiterungskurse in Mathematik und Englisch, ab Klasse 8 oder 9 in Deutsch und ab Klasse 9 in Physik oder Chemie.  In den Klassen 11-13 gelten die Regeln für das Gymnasium.  Mehr . . .

Sekundarschule

Die Sekundarschule ist eine neu eingeführte dreizügige Schule, die alle Kinder in den Klassen 5 und 6 gemeinsam unterrichtet, in den Klassen 7 bis 10 gemeinsam oder nach Abschlußerwartungen getrennt unterrichten kann. Sie soll auch gymnasiale Standards bieten. Erfahrungen gibt es noch nicht. Bei überwiegend gemeinsamem Unterricht sind kaum bessere Ergebnisse zu erwarten als bei den Gesamtschulen. Mehr   

Gymnasium

Das Gymnasium ist eine Schule für die Klassen 5 bis 12. Das Unterrichtsprogramm bietet sehr viel Unterrichtsstoff für das kognitive Lernen mit dem Kopf. 

Es ist angelegt auf 8 Schuljahre mit dem Ziel, die Allgemeine Hochschulreife zu vermitteln. Das bedeutet, es sollen die Grundlagen an Wissen und Kompetenzen geschaffen werden, studierfähig zu werden und an Universitäten und anderen Hochschulen weiter lernen zu können und zu wollen.

Ergebnisse von wissenschaftlichen Leistungsvergleichen gleich begabter Schüler am Ende von Klasse 10:
Hauptschule - Gesamtschule:

Die Gesamtschüler erreichen keinen höheren
Wissensstand als die Hauptschüler.
Realschule - Gesamtschule:

Die Realschüler erreichen z.B. in Mathematik einen Wissensvorsprung von
etwa 2 Schuljahren.
Gymnasium - Gesamtschule:

Der Leistungsvorsprung der Gymnasiasten
in Mathematik beträgt mehr als 2 Schuljahre. 

Welches sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der Schulen?
Alle Kinder sind verschieden, alle haben Fähigkeiten und Lernwillen, aber Maß und Richtung sind verschieden. Lernbereitschaft und Interessen können handwerklicher oder wissenschaftlicher Art sein, kaufmännischer oder sozialer, künstlerischer oder technischer Art.

Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien gehen getrennt auf wichtige Verschiedenheiten ein. Sie sind jedoch keine „Schubladen“, in die Kinder ein  für allemal einsortiert würden. Keine Schule ist in NRW eine Sackgasse. Alle bieten am Ende der Klasse 10 sämtliche in NRW möglichen Abschlüsse. Wenn in einem anderen Schultyp eine bessere Förderung zu erwarten ist, ist ein Schulwechsel möglich, muß sogar mit schulischen Hilfen begleitet werden.  

In Gesamtschulen und Sekundarschulen steht das längere gemeinsame Lernen im Vordergrund.  Freunde und Spielkameraden können dort in einer Schule zusammen bleiben – ohne Rücksicht auf ihre Verschiedenheit. Das ist ein häufiger Wunsch. Die Erfüllung muß jedoch nach Erfahrungen und wissenschaftlichen Untersuchungen mit geringeren Lernerfolgen erkauft werden. Nach den Plänen von Bildungspolitikern sollen in leistungsgemischten Lerngruppen alle Kinder  bestmöglich gefördert werden. Nur: in der Realität des Schullalltags ist dieses Ziel nicht erreichbar. Die Lehrkräfte sind überfordert, wenn sie für jede Schülerlernuntergruppe unterschiedliche Aufgaben stellen sollen, und die Schüler sind überfordert, wenn  sie sich individuell aus vorhandenen Unterrichtsmaterialien diejenigen heraussuchen sollen, die sie weiterbringen. Mitschüler helfen zwar, aber sie tun das nicht ständig. Längeres gemeinsames Lernen unterfordert die leistungsstärkeren Schülerinnen und Schüler und lähmt ihren Lerneifer. Es hilft den lernschwächeren kaum, weil sie dauernd an ihre Lerngrenzen gestoßen werden und deshalb auch ihre Lernlust leidet. Die geringeren Lernerfolge des „länger gemeinsam Lernens“ haben Vergleichsuntersuchungen erwiesen. Mehr…  

Die nachgewiesenen Nachteile des längeren gemeinsamen Lernens in der Schulpraxis werden den Grundschuleltern nicht mitgeteilt, nur die geplanten Vorteile. Halbwahrheiten sind keine Wahrheiten – sie sind eine  amtliche Beeinflussung der Eltern, Frau Ministerin!

Wie können zur Auflösung bestimmte Schulen noch gerettet werden?

Wenig Anmeldungen für die neue Schule
Eltern, denen daran liegt, daß ihr Kind nach seinen Lernmöglichkeiten gefördert wird, melden nicht an der neuen Schule an. Wird die Mindestzahl von Anmeldungen aus dem Gemeindegebiet (an Gesamtschulen 100, an Sekundarschulen 75) nicht erreicht, wird die neue Schule nicht eingerichtet. Wahrscheinlich leben die zur Schließung bestimmten Schulen zunächst weiter und nehmen Anmeldungen für die Klasse 5 an.  Wenn die Anmeldezahlen aber zu gering bleiben, kommen auch Zusammenlegungen mit Schulen des gleichen Typs in Nachbargemeinden in Betracht.

Bürgerbegehren und Bürgerentscheid
Nach der Gemeindeordnung für NRW können Bürger unter bestimmten Bedingungen Ratsentscheidungen kippen. Für Ratsmitglieder sind oft Prestigefragen und finanzielle Regelungen wichtiger als die bestmögliche Bildung der Kinder. Auch hier  nimmt die Landesregierung Einfluß: Für die Schüler an Gesamtschulen und an Sekundarschulen in integrierter Form gibt es höhere Landeszuschüsse als für Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten! Die Gelder fließen in bessere Gebäude und bessere Ausstattungen – Dinge, die ins Auge fallen! Den Eltern sollte jedoch die bestmögliche Bildung am wichtigsten sein! 

Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bürgervorgehen sind:

Ø      das Einhalten der Frist nach den entsprechenden Ratsbeschlüssen,

Ø      das Beachten der Formalien für den Antrag und eine ausreichende Zahl von Unterschriften für das Bürgerbegehren und

Ø      eine ausreichende Zahl von Stimmen beim anschließenden Bürgerentscheid.

 Januar 2012 – Regine Schwarzhoff  / Dr. jur. Gisela Friesecke


Kritik des Deutschen Philologenverbandes

"So groß war der Lehrermangel noch nie"

Zu Beginn des neuen Schuljahres in einzelnen Bundesländern hat der Deutsche Philologenverband vor einem dramatischen Lehrermangel gewarnt. So groß sei der Mangel in Deutschland noch nie gewesen, sagte der Verbandsvorsitzende Heinz Peter Meidinger. Nach Berechnungen des Verbandes fehlen bis zu 45.000 Lehrer. Meidinger forderte deshalb, auf pensionierte Pädagogen zurückzugreifen.

Laut dem Lehrerverband fehlen allein in den Bereichen Naturwissenschaften und Mathematik bis zu 30.000 Lehrer. So hätten beispielsweise die 300 staatlichen Gymnasien in Bayern 460 Mathematiklehrer für das Schuljahr angefordert, bekommen hätten sie aber nur 180. Vor allem in diesen Fächern sei es "jetzt zwingend notwendig, dass mehr Pensionäre unterrichten", sagte Meidinger. Bereits im vergangenen Jahr waren nach Schätzungen des Verbandes bis zu 10.000 Lehrer an den Schulen im Einsatz, die eigentlich schon in den Ruhestand versetzt worden waren.

Tagesschau Video siehe
http://www.tagesschau.de/inland/lehrermangel104.html


Emsdetten – Erfurt – Winnenden – Warum?

Wie kommt der Krieg in die Köpfe - und in die Herzen?

Erschüttert und entsetzt stehen wir vor schrecklichen Gewalttaten wie der jetzt von Winnenden. Wir können uns kaum vorstellen, was die Opfer, ihre Familien und ihre Freunde durchgemacht haben und noch durchmachen. Mit ihnen trauern wir.  

Wie kann es zu solcher seelischen Verödung bei einem so jungen Menschen, zu derartiger Geringschätzung des Lebens kommen, des fremden wie des eigenen? – Diese Frage stellen sich Mütter, Väter, Erzieher, Lehrer, Psychologen, Sozialpädagogen, alle, die mit Kindern und Heranwachsenden zu tun haben. Auch wenn wir die Hintergründe der Tat nur erahnen: es muß sich etwas ändern, und zwar schnell!  

Daß solche Taten immer auch mit gewalthaltigen Computerspielen in Verbindung gebracht werden, kommt nicht von ungefähr – bei allen bekannten Tätern spielten sie eine wesentliche Rolle, auch wenn sie sicher nur einen Teil der vielfältigen Ursachen darstellen. Counterstrike & Co sind eigens dazu entwickelt worden, die Tötungshemmung amerikanischer Soldaten gezielt zu senken und abzubauen. Und so was „spielen“ unsere Kinder! Und so was wird immer wieder öffentlich verharmlost und Bedenken dagegen als Panikmache dargestellt. Sogar die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), eine Bundesbehörde, bezieht nicht Stellung gegen die Gefahren solcher Spiele, sondern verharmlost sie auf unverantwortliche Weise in ihrer Veröffentlichung „Computerspiele(r) verstehen“ von Anfang 2008. Auf unsere Beschwerde darüber beim Bundesinnenministerium im Oktober 2008 erhielten wir die lapidare Antwort, die einen hätten diese und die anderen jene Sicht auf die Dinge, und dem müsse man Rechnung tragen.  

Politiker, zeigt Mut! Setzt endlich Grenzen und helft damit verunsicherten Eltern und Erziehern!

Regine Schwarzhoff, 15. März 2009


Checkliste

zur Beurteilung von Computerspielen

Folgende Fragen helfen ihnen, ein Computerspiel selbst zu beurteilen. Wenn Sie mehrere Fragen mit "Ja" beantworten müssen, dann überlegen Sie genau, was Ihr Kind bei diesem Spiel lernen wird.

1.  Kommen in dem Spiel Personen oder Wesen vor, die andere entwürdigend behandeln?
die anderen ihre Rechte nehmen oder sie aus ihrem Zuhause verjagen?
die anderen ihr Eigentum rauben oder ihr Zuhause zerstören?

2.  Werden in dem Spiel Personen oder Wesen
bedroht und in große Angst versetzt?
absichtlich Schmerzen zugefügt?
gefoltert oder mit Folter bedroht?
Gliedmassen abgehackt?
stranguliert oder wird ihnen das Genick gebrochen?
durch Waffen verletzt?
durch gezielte Kopfschuss getötet oder durch Bomben zerfetzt?

3.  Gibt es in dem Spiel noch andere Beispiele von unmenschlichen und grausamen Handlungen? Werden solche Handlungen
als Erfolg bewertet?
als Spaß dargestellt?
mit Anerkennung belohnt?

4.  Fehlen in dem Spiel deutliche und realistische Hinweise auf das Unrecht der grausamen Taten?
auf das Leiden der Personen, denen etwas Grausames angetan wird?
auf Konsequenzen, mit denen die Täter zur Verantwortung gezogen werden?

5.  Fehlen in dem Spiel gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten? 
Fehlen Anregungen für Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und soziale Verantwortung?
Fehlen Beispiele, bei denen das Verhindern
von Gewalt als Leistung anerkannt wird?

6.  Wäre Ihr Kind bei diesem Computerspiel selbst die Person, die anderen etwas Bösartiges und Grausames antut und damit Erfolg hat? 


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Nr. 142 - Mai 2012
Nr. 141 - Feb. 2012
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Stand: 05.05.2012