Turbo-Abi: G8 oder G9?

Düsseldorf – Der Schulstreit in NRW scheint wieder aufzuflackern. Besonders die Schulzeit-Dauer für Abiturienten ist ein Zankapfel zwischen Politik, Lehrern und Eltern.

„Wir Eltern erleben oft Kinder, die erschöpft sind“


Top-Themen: Pisa-Studie

http://www.ksta.de/kultur/koelner-wissenschaftler-matthias-burchardt–pisa-studie-ist-manipulativer-zahlensalat–25230140

 


Pressegespräch für die Beibehaltung der Verbändemitwirkung

Am 08. März 2016 trafen sich die bedeutendsten Elternverbände Nordrhein-Westfalens in der Geschäftsstelle des Philologenverbandes in Düsseldorf mit der Presse und erläuterten ihre Ablehnung einer Änderung der Elternmitwirkung.

Von links nachrechts: Reiner Brüggemann, Landeselternschaft der Realschulen NRW, Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbands NRW, Johannes Papst, Vorsitzender der Landeselternschaft der Realschulen NRW, mich kennst Du ja, Jochen-Peter Wirths, Vorsitzender des Landesverbandes NRW der Eltern und Förderer sprachbehinderter Kinder und Jugendlicher e. V., Ulrich Czygan, Vorsitzender der Landeselternschaft Gymnasien NRW, und Dr Herbert Heermann, Vorsitzender der Katholischen Elternschaft Deutschland, NRW-Landesverband.

 

 


Von Aulösung bedrohte Schulen sie sind zu retten.  

Ein Weg: Bürgerbegehren Merkblatt für Eltern

Ausgangslage
In Nordrhein-Westfalen gibt es viele Formen weiterführender Schulen: Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Sekundarschulen. Und die Zahl von Schülerinnen und Schülern geht zurück und das Geld für Schulen auch. Die Städte und Gemeinden müssen vorab für die Zukunft ihre Schulen planen. Sie sollen möglichst das bestehende Angebot an Schulformen erhalten, müssen aber Schüleraufkommen sowie Mindestschülerzahlen für die Schulformen in die Planungen einbeziehen. Das kann die Schließung von Schulen nötig machen. Städte und Gemeinden müssen jedoch auch den Elternwillen berücksichtigen! Für die Art und Weise, wie der Elternwille ermittelt wird, fehlen Regelungen.

Hier zum gesamten Merkblatt.

 

 


Noten dürfen KEIN Spielball für Politiker sein.

Für die Manipulation an Noten in der Grundschule verdient Ministerin Löhrmann eine rot Karte! In einer Pressemitteilung ließ die Ministerin am 01. Februar 2012 verkünden, daß der Landtagsausschuß für Schule und Weiterbildung ihrem Vorschlag zugestimmt habe, die Ausbil­dungsordnung Grundschule wieder rückzuändern. Die dritte „Reform“ in ein paar Jahren! Im Jahr 1996 hatte eine SPD-Schulministerin die Regeln für die Grundschulzeugnisse abgeändert und mit der Zustimmung des Schulausschusses des Landtags verordnet: Die Schulkonferenzen einer jeden Grundschule entscheiden, ob die Zeugnisse im 3. Grundschuljahr lediglich Beschreibungen der Lernentwicklung enthalten und die klassischen Noten für die Fächer wegfallen. Bisher waren zusätzlich die Noten „sehr gut“, „gut“, „befriedigend“, „ausreichend“, „mangelhaft“ und „ungenügend“ üblich gewesen. Gewiß, Noten sind nicht so eindeutig wie die Zentimeter beim Weitsprung. Sie geben aber für Kinder und Eltern ein klares Bild über den Leistungsstand in der entsprechenden Lerngruppe.

Auch die gefürchteten schlechten Noten haben ihr Gutes: häufig aktivieren sie Anstrengungsbereitschaft und andere Stärken. Und Hilfen können früh genug beginnen. Die CDU-Schulministerin kehrte im Jahr 2006 zur üblichen Regelung zurück, die zur Zeit noch gilt: Bereits das Versetzungszeugnis am Ende des 2. Grundschuljahres enthält neben den Lernberichten Noten für die Fächer, die Zeugnisse im 3.Grundschuljahr desgleichen. Und nun werden wieder die Schulkonferenzen das Sagen haben über die Noten, jede Schule für sich! Zur Begründung wird auf Schulversuche an 4 Grundschulen verwiesen – vier von 3127 öffentlichen Grundschulen in NRW!

Im Beteiligungsverfahren hat der Elternverein NRW die Neuregelung abgelehnt – wir appellieren an die Schulen, die Noten für das 3. Grundschuljahr beizubehalten. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung! Hier sind einige Argumente, die für oder gegen die Noten sprechen: 

  • Noten sind ungerecht. Wenn Kinder in die Schule kommen, ist ihr Wissen und Können verschieden. Sie müssen sich unterschiedlich stark anstrengen, um rechnen, lesen, schreiben und anderes mehr zu lernen. Noten messen nur den Lernerfolg und nicht die Anstrengung des einzelnen Kindes.
  • Noten benachteiligen Kinder, denen das Lesen, Schreiben und Rechnen schwerfällt. Noten gibt es nur für Lernfächer, aber nicht für ebenso wichtige Fähigkeiten wie z.B. Lernbereitschaft, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsbewußtsein.
  • Schlechte Noten entmutigen. Ohne Angst vor schlechten Zensuren könnten lernschwächere Kinder ihre Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen besser entwickeln.
  • Noten bewirken, daß unter Kindern Konkurrenz­streben entsteht und Eltern Leistungsdruck auf ihre Kinder ausüben. Die Lernberichte dagegen müssen ermutigend abgefaßt sein. Sie verhindern einen direkten Leistungsvergleich mit den Mitschülern.

 

      Noten sind den Kindern wichtig. Für viele Kinder ist die Schule die erste Gele­genheit, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten ernsthaft mit denen Gleichaltriger zu messen. Kinder suchen den Wettbewerb – und das nicht nur im Kirschkernspucken, im Rennen oder Springen!

  • Noten haben erzieherischen Wert. Noten machen Erfolg und Mißerfolg deutlich. Kinder müssen lernen, mit beidem umzugehen. Je früher Noten in der Schule einsetzen, umso leichter fällt es den Kindern, sich an Leistungsbewertungen zu gewöhnen. Regelmäßige Gespräche zwischen Eltern, Lehrern und Schülern ergänzen die Note.
  • Noten spornen an. Auch die schlechten. Die Note bewertet nicht die Person des Kindes, sondern nur die gezeigte Leistung. Erfahrungs­gemäß strengen sich Kinder auf Dauer nicht an, wenn es keine Noten gibt. Noten bieten keinen Grund zur Angst. Angst haben Kinder höch­stens vor unangemessenen Reaktionen von Eltern und Lehrern.
  • Noten sind klar verständlich. Nicht alle Eltern – am wenigsten Eltern auslän­discher Herkunft – können die in einer Fachsprache abgefaßten Berichtszeugnisse richtig verstehen. Diese Eltern haben ohne herkömmliche Noten keine oder nur sehr ungenaue Kenntnisse über den tatsächlichen Leistungsstand ihrer Kinder.
  • Noten sind vergleichbar. Aus Lernberichten können Eltern nicht erken­nen, was ihr Kind im Vergleich zu anderen Kin­dern leistet. Das aber müssen Eltern wissen, um für das Kind am Ende der Grundschulzeit die richtige weiterführende Schule auszuwählen, die es fördert, aber nicht überfordert.