|
|
Schüler-Amok Robert,
Sebastian, Pekka-Eric, Robin, Rolf, Namen, die für Schrecken stehen, für
Entsetzen und Erschütterung. San Diego, Minneapolis und Tuusula sind weit
weg, Erfurt, Coburg, Emsdetten, Kaarst, Köln, Schwelm nicht! Kinder
laufen Amok, überall, auch bei uns. Wir können nicht länger wegsehen! Die
Geringschätzung, ja Mißachtung des Lebens anderer - und des eigenen! –
macht extreme Angst, denn sie ist unmenschlich. Warum sind Jugendliche heute
bereit, Leben so leichtfertig aufs Spiel zu setzen? Wie entsteht diese Gefühlskälte,
diese Distanz oder Unfähigkeit zum Menschlichsein? Und wie sicher ist mein
Kind? Diese Frage müssen alle Eltern sich heute stellen. Über
manchen der „Amok-Schüler“ kann man lesen, er sei „typisch unauffällig“
gewesen. Ist da etwas übersehen worden? Über die Einzelfälle wissen wir
nicht genug, um zuverlässige Rückschlüsse zu ziehen, aber einiges wissen
wir: -
in allen bisher
bekannten Fällen waren die Täter Jungen -
Jungen verlieren oft
schon in der Grundschule die Lernfreude, weil auf sie und ihre Potentiale und
Bedürfnisse zu wenig eingegangen wird -
Jungen, deren
Selbstvertrauen dadurch beeinträchtigt ist, bekommen in der weiteren
Schullaufbahn oft nicht die Chance, dieses Defizit aufzuholen -
Jungen bilden die überwiegende
Mehrzahl der Schulabgänger ohne Abschluß -
Jungen hängen viel öfter
und viel länger vor Bildschirmen mit Gewaltdarstellungen und brutalen
Medienprodukten Auch
wenn Zusammenhänge zwischen diesen verschiedenen Gesichtspunkten bisher nicht
wissenschaftlich nachgewiesen worden sind – niemand wird leugnen, daß jeder
dieser Punkte allein schon ein erhebliches Konfliktpotential birgt. Die Anhäufung
aber bringt eine katastrophale Entwicklung mit sich, ohne Zweifel. In solchen
Gewalttaten entlädt sich eine lang aufgestaute Aggression. Und davon hat
vorher niemand etwas gemerkt? Wie genau sehen und fühlen wir eigentlich hin
bei unseren Kindern? Und wie gut beobachten und unterstützen unsere Schulen
die Söhne? Wo haben sie gezielt die Chance auf Erfolgserlebnisse und ein
Wachsen an positiven Herausforderungen? Wie gut gehen aber auch die Elternhäuser auf die Stammhalter und ihre Probleme ein? Viel zu häufig fehlt der Vater, also ein männliches Vorbild, an dem unsere Jungs sich orientieren können. Viel zu oft ziehen Väter sich aus der Erziehungsverantwortung zurück - und leider auch viele Mütter. „Selbstverwirklichung“ ist das Schlagwort für das Abschieben der Erziehungsverantwortung und den immer höher steigenden Anspruch auf staatliche Übernahme der Brutpflegeaufgaben. Krippe, Kindergarten, Grundschule und weiterführende Schule sollen die Erziehung leisten, die doch das Recht der Eltern und die „zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“ ist (Art. 6 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland). „Armes Deutschland!“, möchte man seufzen. Wir müssen begreifen: Kinder sind das wertvollste Gut unserer Gesellschaft, und wir müssen umschwenken – sofort! Wir alle sind gefordert, aufmerksam zu sein und rechtzeitig einzugreifen. Keine Kinderseele darf mehr geschädigt werden durch emotionale Verwahrlosung und Vernachlässigung, kein Jugendlicher darf mehr unbeachtet in tiefe seelische Vereisung hineinrutschen, in der Haß und Wut sich so entladen! Regine Schwarzhoff Dezember 2007 |
____________________ | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: webmaster@elternverein-nrw.de
|