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Elternverein
Nordrhein-Westfalen: PRESSEMITTEILUNG
PISA
2005 - in NRW brennt's!!!
Essen/Recklinghausen, 15.07.2005 Die
neusten PISA-Ergebnisse sind alarmierend: den nordrhein-westfälischen
Schülerinnen und Schülern werden noch schlechtere Vergleichswerte bescheinigt
als in den Jahren zuvor! Dies ist der endgültige Beweis für eine seit
Jahrzehnten verfehlte Schulpolitik in unserem Land. Voller Bewunderung und auch Neid erleben unsere Jugendlichen, wie in der weiteren Ausbildung ihre Kollegen aus anderen Bundesländern erfolgreicher sind mit fundamentalen Kenntnissen und Wissen, die ihnen ihre eigene Schule vorenthalten hat. Zu der Problematik der sozial benachteiligten Kinder, die in unseren Schulen nicht ausreichend gefördert werden, kommt die zusätzliche Benachteiligung durch das "falsche" Bundesland, in dem Kinder aufwachsen. Wiederum
zeigt sich, daß die Bundesländer, in denen Leistung
und Leistungsfreude stets anerkannt und gefördert wurden, ihren
Schülern die besseren Chancen vermitteln. Von diesen Ländern können wir auch
lernen, daß ein geradlinig geführter und durchstrukturierter Unterricht
besonders den sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern nützt. Gerade
sie können bei Freiarbeit, Wochenplanarbeit und Gruppenaufgaben nur wenig
für sich profitieren. Auch die
immer weitergehende Freigabe der schulischen
Inhalte benachteiligt unsere Kinder und Jugendlichen.
Stattdessen brauchen unsere Schulen konkret benannte Kurrikula mit
eindeutigen inhaltlichen Zielvorgaben, die zu einer soliden Grundlage an Wissen
und Arbeits- und Lerntechniken führen. Unsere bildungspolitische
Katastrophe
ist durch Schulstrukturdebatten und integrierten Unterricht aller nicht zu
lösen! Der ständig wiederholte Ruf nach der "Einen Schule für
alle" wird dadurch nicht richtiger. Das
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung MPIB Berlin, das an den PISA-Studien
und anderen internationalen Vergleichsstudien mitwirkt, hat schon 1986 einen
Befund erhoben, der nicht gleich veröffentlicht wurde und auch heute kaum der
Öffentlichkeit bekannt ist. Sonst hätte er wie eine Bombe eingeschlagen und
ein schulpolitisches Umdenken erforderlich gemacht. Dieser wissenschaftliche
Befund widerlegt nämlich die Behauptung, Gesamtschulen seien besser in der
Lage, alle Schüler zu fördern. Es geht um
nachgewiesen bessere Lernerfolge bei
homogeneren Lerngruppen,
also die Nachteile der Schüler in integrierten Systemen wie "Eine Schule
für alle" (Jürgen Baumert, Peter M. Roeder, Fritz Sang und Bernd Schmitz
"Leistungsentwicklung und Ausgleich von Leistungsunterschieden in
Gymnasialklassen" in Zeitschrift für Pädagogik 5/1986, S.639-660). Der
Elternverein Nordrhein-Westfalen setzt sich dafür ein, daß auf
die unruhestiftenden Schulstrukturdebatten endlich verzichtet wird und
stattdessen die Arbeitsbedingungen in den Schulen verbessert werden. Die
Problematik der sozial benachteiligten
Kinder, die in unseren Schulen nicht ausreichend gefördert
werden, ist eine schreiende
Ungerechtigkeit, deren Lösung nur in mehr Unterricht und
besserer, differenzierterer Förderung zu finden ist. Mit einer
Qualifizierung der Grundschullehrer und einfach kleineren Klassen in der
Grundschule muß schon dort dafür gesorgt sein, daß die Unterschiede der
sozialen Herkunft ausgeglichen werden. Selbst Einzelförderung darf kein Tabu
sein. Dabei gehören die auffälligsten Kinder oft zu den Schlausten.
Besonders im Grundschulalter sind Kinder gierig aufs Lernen und verkümmern
geistig, wenn das Hirn nicht genug "Futter" bekommt, weil der
Lernfortschritt sich nach den Langsamsten richtet. Es muß
wieder Anerkennung geben für wirkliche Leistungen, statt den Kindern
Erfolge zu suggerieren, wo sie sich gar nicht angestrengt haben. Lob für
echte Anstrengung motiviert und spornt an - das Gegenteil macht bequem, faul und
unbeweglich. Das
können sich unsere Kinder aber bei der heutigen globalen Konkurrenz nicht
leisten. Und wir
können uns derart benachteiligte Kinder durch Vernachlässigung ihrer
Schulbildung nicht leisten! Regine
Schwarzhoff ELTERNVEREIN
NORDRHEIN-WESTFALEN www.elternverein-nrw.de Stellvertretende Vorsitzende |
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