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NEIN ZUM RECHTSCHREIB-CHAOSEin „Rechtschreibkompromiß“ ist ab 1. August 2006 für die Schulen verbindlich. Die Kultusminister und Ministerpräsidenten der Länder verordneten als Rechtschreib-Lehrstoff für die Schulen „Zwischenempfehlungen“ des Rates für deutsche Rechtschreibung zur Reformschreibung (Neuschrieb) von 1996. Dieser Rat, 2004 eingesetzt, hatte im Februar 2006 Änderungen an Regelungen der Rechtschreibreform von 1996 empfohlen (siehe Elternbrief Nr.124, April 2006). Vorgesehen ist, daß der Rat für deutsche Rechtschreibung seine Arbeit fortsetzt und weitere Änderungsempfehlungen verabschiedet. Die bisher vorgenommenen Korrekturen an der Rechtschreibreform aber werden als „Rechtschreibkompromiß“ wie endgültig vermarktet, Kompromiß zwischen Befürwortern und Gegnern der Rechtschreibreform. Vor der Beschlußfassung der Kultusministerkonferenz über die Empfehlungen des Rates Anfang März diesen Jahres hatte der Elternverein NRW unsere Schulministerin dringend gebeten, mit der Nein-Stimme von NRW einen zustimmenden Beschluß zum „Rechtschreibkompromiß“ zu verhindern. In der Kultusministerkonferenz erlangen nur einstimmig gefaßte Beschlüsse Gültigkeit. Die bisher durch die Rechtschreibreform unbelastete jetzige NRW-Landesregierung hätte also neue Fehlentscheidungen vermeiden können.
Vor
der Bestätigung des „Rechtschreibkompromisses“ durch die Ministerpräsidentenkonferenz
am 30. März 2006 richtete der Elternverein NRW einen weiteren Appell an Herrn
Ministerpräsidenten Rüttgers. Er hatte in einer Sendung bei Frau Christiansen
2004 erklärt, wenn er Ministerpräsident in NRW würde, würde das Land zur
klassischen Rechtschreibung zurückkehren. Wir baten, um nicht zu hoch zu
greifen, nicht um sein Eintreten für eine Rücknahme der Reform, obwohl das das
einzig Richtige wäre. Wir baten in unserem Schreiben nur darum, in der
Ministerpräsidentenkonferenz am 30.März 2006 den „Rechtschreibkompromiß“
nicht abzusegnen, sondern für eine Verlängerung der Übergangsphase
einzutreten, in der auch in den Schulen die Verwendung der klassischen
Rechtschreibung nicht als Fehler gewertet wird. Sprachwissenschaftler müßten
im Rat für deutsche Rechtschreibung Gelegenheit erhalten, in allen von der
Reform betroffenen Bereichen tragfähige Lösungen zu erarbeiten. Unsere
untrennbar mit der Schreibung verbundene Sprache sei ein wertvolles Kulturgut
unseres Volkes und dürfe nicht Ministeregoismen geopfert werden. Statt zum „Rechtschreibfrieden“ führt der „Rechtschreibkompromiß“ weiter ins Rechtschreibchaos. Eine erdrückende Vielzahl von Fehlern, Unklarheiten und Beliebigkeiten hat der Sprachwissenschaftler Prof. Theodor Ickler veröffentlicht (Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. und 21.7.2006). Die Regierenden von Schwarz und Rot mißbrauchen weiter die staatliche Schulpflicht, indem sie falsche, verwirrende und beliebige Schreibweisen gegen den Willen der Mehrheit in der Gesellschaft durchsetzen. Unsere Kinder sind ihnen Werkzeug zur Sprachveränderung. Nicht Unterstützung des „Rechtschreibkompromisses“ ist geboten, sondern Eintreten für die klassische Rechtschreibung in der Gesellschaft! Dr. Gisela Friesecke |
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