Mobbing und Gewalt

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Elternverein Nordrhein-Westfalen e.V.

- beim Schulministerium zur Mitwirkung anerkannter Verband – überparteilich -

 

Pressemitteilung

 

SCHULE:  KEIN  PLATZ  FÜR  MOBBING  UND GEWALT!

Diese dringende Forderung vieler Eltern war Thema der Landesversammlung 2006 des Elternvereins NRW, die am Wochenende in Neuss stattfand. Manche Fälle von Mobbing und Gewalt in Schulen gelangen an die Öffentlichkeit. Viele Fälle bleiben schulintern, weil dem Ruf der Schule nicht geschadet werden soll. Andere Fälle sind nur den unmittelbar Beteiligten des Geschehens bekannt. Nichtstun ist keine Lösung.

Diplom-Psychologe Albert Zimmermann vom Zentrum für Schülerförderung, Bildungsberatung und Schulpsychologie der Stadt Köln erläuterte klar und einprägsam die Probleme. Zunächst beleuchtete er die Ausgangssituation.  Den Tätern geht es sowohl beim Mobbing wie bei der Anwendung von Gewalt um das Gefühl von Macht und Überlegenheit, um Rang und Ansehen in der Gruppe. Erfahrungsgemäß geraten vornehmlich jene in eine Opferrolle, die wenig selbstbewußt mit eigenen Schwächen oder Besonderheiten umgehen. Die Opfer werden getestet. Reagieren sie selbstbewußt und gelassen beim "Test", erweisen sie sich als untauglich zur Erniedrigung. Verhalten sie sich uncool und irgendwie unterwürfig, erscheinen sie als lohnende Opfer. 

Diese Ausgangslage gelte es im Auge zu behalten, wenn man Wege zur Abhilfe sucht. Zur Vorbeugung empfiehlt Zimmermann Schülerinnen und Schülern, Stärke und Selbstbewußtsein zu zeigen.  Dabei helfe, u.a. auf der geeigneten Schulform zu lernen, in einem Sportverein aktiv zu sein, an einem Selbstverteidigungskurs teilzunehmen. Zu warnen sei vor einer Anbiederung an die Täter, etwa sie zu einer Party einzuladen. Zimmermanns sieht eine große Verantwortung zur Vorbeugung und zur Bekämpfung von Mobbing und Gewalt bei der Schule. Es gebe keine bessere Prävention, als einen Stil von Höflichkeit und gegenseitigem Respekt zu pflegen. Die Schule solle Regeln für das Zusammenleben festlegen, an die sich alle halten müssen und deren Befolgung durchgesetzt wird. Bei Auftreten von Mobbing und Gewalt müsse die Schule sofort eingreifen und das Geschehen öffentlich behandeln, damit die Täter sich nicht verstecken können. Sie müsse Sanktionen verhängen. Täter müßten merken, daß sie ihre Ziele auf solche Weise nicht erreichen, vielmehr die Nachteile für sie unvergleichlich höher sind als der Gewinn aus Mobbing und Gewalt.

Der mit Beispielen veranschaulichte Vortrag löste eine lebhafte Diskussion aus. Nach der Beantwortung vieler Fragen wurde der sachverständige Referent mit großem Beifall bedacht. Zustimmung fand Regine Schwarzhoff, die Landesvorsitzende des Elternvereins NRW, bei ihrer Feststellung: Die Schule darf Schülerinnen und Schüler in ihren Räumen und in ihrem Umfeld nicht Mobbing und Gewalt aussetzen. Die Schule ist vielmehr verpflichtet, einen Schutzraum zu schaffen, in dem alle Kinder und Jugendlichen in Geborgenheit lernen und ihre Begabungen entfalten können.

Verantwortlich: Regine Schwarzhoff, Oktober 2006, Tel.: 02361/13439

Schinkelstrasse 70     45136 Essen    T 0201 268326    www.elternverein-nrw.de

 

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Stand: 04. November 2006