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Entwurf Lehrplan
Politik/Wirtschaft für das Gymnasium –
Sekundarstufe I in NRW Stand 11. Mai 2007 Bereits in
unserer Stellungnahme zur „Rahmenvorgabe für die ökonomische Bildung“
haben wir Einwendungen gegen die Vernetzung komplexer ökonomischer Zusammenhänge
mit anderen Fachbereichen im gesellschaftswissenschaftlichen Feld erhoben. Nach
dem Lehrplanentwurf soll der Unterricht „exemplarisch ökonomisches
Orientierungswissen“ vermitteln. Exemplarisches ökonomisches
Orientierungswissen ist jedoch nicht ausreichend, um bei den jungen Menschen die
nötige Sachkompetenz für Urteils- und Handlungskompetenz in wirtschaftlichen
Fragen aufzubauen. Dazu bedarf es eines klar sachlich strukturierten wirtschaftlichen
Grundwissens, wie es die vorgesehenen Inhaltsfelder mit ihren Schwerpunkten
nicht bieten. Zu befürchten ist, daß der Unterricht nach diesem Lehrplan statt
einer ökonomischen Grundbildung ein diffuses Teilwissen zur Folge haben und
Wirtschaft nur durch eine politische Brille gesehen wird. Auch der
Teil der politischen Bildung leidet weiterhin an einem Mangel des zu
vermittelnden Sachwissens, um Sachkompetenz zu erreichen. Das erste aufgeführte
Inhaltsfeld wird „Sicherung und Weiterentwicklung der Demokratie“ genannt.
Seine Schwerpunkte sind: -
Beziehungen
zwischen Politik und Lebenswelt: Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen
in Familie, Schule und Stadt -
Formen
politischer Beteiligung, Rechte und Pflichten von Kindern und Jugendlichen. Wo bleibt
dabei die angemessene Umsetzung von Art. 11 Landesverfassung NRW? Nach der
Landesverfassung ist Staatsbürgerkunde Lehrgegenstand und staatsbürgerliche
Erziehung verpflichtende Aufgabe. Staatsbürgerkunde steht dabei voran und
bedeutet, daß Kenntnisse zu vermitteln sind über unsere Demokratie, Kenntnisse
über die demokratischen Strukturen in Kommune, Land, Bund und Europa. Es
bestehen nicht lediglich „Beziehungen zwischen Politik und Lebenswelt“,
sondern gefügte, demokratisch legitimierte Ordnungen. Schule hat die Aufgabe,
die Schülerinnen und Schüler erst einmal zur Annahme dieser Ordnungen hinzuführen,
ehe man sich mit „Weiterentwicklung“ beschäftigen sollte. Zusammenfassend
ist festzustellen: Ja zu Politik und Ja zu Wirtschaft als Fächer in der
Sekundarstufe I des Gymnasiums, aber nicht mit einem Lehrplan nach dem
vorgelegten Entwurf. Essen /
Recklinghausen, den 10.06.2007 Landesvorsitzende
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