Der Lehrer soll wieder Lehrer sein!

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Der Lehrer soll wieder Lehrer sein!

Neubesinnung auf den lehrergeleiteten Unterricht

Die internationalen Vergleichsstudien TIMSS haben nachdenklich gemacht. Deutschland, das immer stolz auf sein gutes Schulsystem war, landet nur im Mittelfeld hinter Ländern wie Singapur, Japan, Bulgarien, Ungarn, Irland und vielen anderen.

Unsere Schulen müssen besser werden!

Neben der notwendigen äußeren Reform des Schulsystems (z.B. kleinere Klassen) gelangt zunehmend auch die innere Reform ins Blickfeld, d.h. eine Verbesserung der Lehr- und der Lernqualität.

Was heißt das für die Rolle des Lehrers?

Der noch in der NRW-Denkschrift für das "Haus des Lernens" gewünschte Lehrer als Coach, Moderator, Koordinator, gemeinsam mit den Schülern Lernender ist "out"!

Von vielen Wissenschaftlern und Schulpraktikern wird heute ein anderer Lehrer gefordert, ein Lehrer, der

  • Anforderungen stellt,

  • einen klaren, verständlichen und wohlgeplanten Unterricht abhält,

  • geschickt fragt und Leistungen erwartet,

  • die Schüler einbezieht, berät und unterstützt.

Wichtig für den Lernerfolg der Schüler ist dabei

  • die Wiederholung des Stoffes (schlimm, daß dies erwähnt werden muß!),

  • zielerreichendes Lernen,

  • Einsicht in das Gelernte,

  • Ordnung des Lernstoffes zur Verknüpfung von Wissen.

Dazu brauchen Schüler die Hilfe des Lehrers.

Lehrergeleiteter Unterricht ist jedoch nicht gleich Pauk- oder Frontalunterricht! Im Zentrum der Steuerung und Unterweisung steht immer der Schüler. Für ihn werden die Lernziele festgelegt, werden Fragen gestellt und Verständnisfortschritte kontrolliert.

Einige Lernweisheiten aus der Vergangenheit werden für die Zukunft neu entdeckt:

  • Schüler, auch interessierte und lernwillige, brauchen die Lernsteuerung des kompetenten Lehrers.
  • Für den systematischen Wissenserwerb verspricht die direkte Unterweisung den größten Erfolg.
  • Lebenslanges Lernen gelingt nicht ohne grundlegende Allgemeinbildung.
  • Schlüsselqualifikationen ersetzen nicht fehlendes Fachwissen.
  • Ohne fundiertes Wissens ist kein tiefes Verständnis, keine flexible Problemlösung und keine produktive Verarbeitung neuer Informationen möglich.

Bei der Bewertung eines guten Unterrichts muß der Blick auf die Lernleistung wieder in den Vordergrund treten gegenüber dem vermeintlichen Wert vielfältiger Projekte im Sinne von "Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule" (GÖS). Schulen werden heute nicht deshalb mit Preisen ausgezeichnet oder in der Presse herausgestellt, weil ihre Schulabgänger besonders gute Leistungen zeigen. Ausgezeichnet werden Schulen ausschließlich im Zusammenhang mit öffentlichkeitswirksamen Projekten zu Themen wie Sucht, AIDS, Rassismus, Umwelt, usw. . Hierbei ist allerdings der Lehrer als Manager eher gefragt als der Lehrer als Pädagoge. Das gesellschaftliche Engagement einer Schule wird für wichtiger gehalten als ihr leistungsbezogenes Arbeiten.
Dies hilft den jungen Menschen im globalen Wettbewerb nicht weiter. Unsere Schulen sollen im internationalen Vergleich wieder bestehen können!
Die Besinnung auf den "Lehrer als Lehrer" und auf bewährte Unterrichtsformen ist kein Rückschritt, sondern Ergebnis modernster Lernforschung.

Im Interesse einer guten Bildung für alle Kinder fordert der Elternverein NRW ein in diesem Sinne verändertes Lehrerbild und die entsprechende Lehrerausbildung.

Verantwortlich: W.Stürmer, R.Harlfinger

Februar 2000

 

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Stand: 22. Januar 2007