Bildungsverlierer

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Elternverein Nordrhein-Westfalen e.V.

- beim Schulministerium zur Mitwirkung anerkannter Verband – überparteilich -

Bildungsverlierer?

 

Jungen haben

  • häufiger keinen Schulabschluß,
  • häufiger kein Abitur,
  • häufiger keine Berufsausbildung

als Mädchen.

Jungen

  • erhalten schlechtere Noten,
  • gehen seltener zum Gymnasium,
  • nehmen seltener ein Studium auf

als Mädchen.

Jungen werden in unserem Bildungssystem benachteiligt.

Das können wir nicht wollen!

Die historische Benachteiligung der Mädchen ist inzwischen bei uns in Deutschland mehr als ausgeglichen – sie ist überkompensiert. Bei der Forderung nach Gleichberechtigung wurde Gleichheit vorausgesetzt, damit wurden Unterschiede übersehen, sogar geleugnet.

Nach dem heutigen Stand der Hirnforschung kennen wir biologisch-neurologische Unterschiede der Gehirne, die durch das hormongesteuerte Wachstum entstehen. Wachstums- und Reifestufen von Jungen und Mädchen verlaufen in Kindheit und Pubertät (Klassen 7 bis 9) deutlich zeitlich versetzt.

Schon in der Grundschule werden Jungen benachteiligt. Ihr Betragen wird zu oft an dem angepaßteren, friedfertigeren Verhalten der meisten Mädchen gemessen. Jungen werden öfter zurückgedrängt, abgewiesen, gezügelt, weil sie ein anderes Aneignungsverhalten haben.

►Jungen brauchen mehr Bewegung, Aktivität, um begreifen zu können,

►Jungen benutzen mehr nonverbale Kommunikationsmittel, brauchen daher oft länger für die Aneignung von angemessenen sprachlichen Mitteln,

►Jungen entwickeln sich oft in der Feinmotorik später, haben eine „Krakelschrift“,

►Jungen sind experimentierfreudiger, wagemutiger,

►Jungen sind kritischer, stellen in Frage, geben sich weniger leicht mit vorbereiteten Lösungen zufrieden.

 

„Typische“ Jungen-Themen:

   Sachorientierte Themen, alles, was sich erforschen oder mit Fremdenergie bewegen läßt, praktisch anwendbare Inhalte, Forscher- und Entdeckertum

   Bewegungsorientierte Unterrichtsfor­men: Sport mit Wettkampfsituation, Experimentierstunden, interaktive Lernformen

„Typische“ Mädchen-Themen:

   Soziale Themen: Zusammenleben von Menschen/Tieren, Nachspüren von psy­chologischen Mechanismen

   Betrachtende Unterrichtsformen: Be­obachten von Verhaltensweisen, Analy­sieren, Entwickeln von Vorschlägen zur Konfliktlösung

 

Die durch wissenschaftliche Forschung erwiesenen Tatsachen müssen endlich zur Kenntnis genommen und berücksichtigt werden.

  Entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte ist nötig.

   Lehrpläne müssen in den Inhalten den Lernbedürfnissen der Jungen besser angepaßt werden.

  In weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I) muß die Koedukation auf den Prüfstand.

In den Klassen 7, 8 und 9 verlaufen Entwicklungsschritte von Mädchen und Jungen nicht synchron. Jugendliche behindern sich gegenseitig beim Lernen, weil das Dominanzverhalten der Jungen in dieser Phase besonders ausgeprägt ist. Das Konzentrieren auf Inhalte wird dadurch gestört. Wenn Mädchen als Zielgruppe fehlen, verlaufen Unterrichtsstunden wesentlich ungestörter.

In dieser Altersgruppe, also den Klassen 7, 8 und 9, sollte an allen Schulen, aber nicht in allen Fächern in getrennten Gruppen unterrichtet werden.

Grundsätzliche Trennung: Sexualerziehung, Sport. Hier müssen naturgemäße Schamgrenzen respektiert werden.

Mögliche Trennung: Sprachen, Naturwissenschaften, Informatik, Religion. Je nach Thema und Zusammensetzung der Lerngruppen kann getrennter oder gemeinsamer Unterricht sinnvoller sein.

Diese Ansprüche können durch schulorganisatorische Lösungen erfüllt werden, sie müssen ermöglicht werden.

Nachdem die Entwicklungsunterschiede weitgehend ausgeglichen sind, bietet gemeinsamer Unterricht zunehmend Vorteile: die unterschiedliche Wahrnehmung und Sichtweise wirkt bereichernd, spiegelt eine realitätsgetreue Gesamtsicht der Welt.

Ein Panzer z.B. erzeugt bei vielen Jungen eher ein ehrfürchtiges, aber interessiertes Schaudern vor der Technik, während Mädchen eher zum angstvollen Zurückschrecken vor dieser Mord- und Zerstörungswaffe neigen – beide Sicht­weisen erzeugen zusammen ein ausgewogenes Bild.

Eine moderne Form von Gleichberechtigung ist nicht in Frage zu stellen. Wenn sie aber von Gleichartigkeit der Geschlechter ausgeht, wird sie keinem der beiden gerecht. Gleichwertigkeit bei Achtung der Unterschiedlichkeit muß Richtschnur sein für einen gerechten Umgang mit Schülerinnen und Schülern.

 

Bildungsverlierer

können wir uns

nicht leisten!

 

11/2006

Verantwortlich: R. Schwarzhoff

Elternverein NRW e.V.

Schinkelstraße 70    45136 Essen

T  0201268326    www.elternverein-nrw.de

 

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Stand: 29. November 2006