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Länger gemeinsam lernen
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Sollen
Kinder länger gemeinsam lernen?
1.
Die Probleme von
undifferenzierten, leistungsgemischten Lerngruppen sind durch
Binnendifferenzierung (unterschiedliche Aufgaben innerhalb einer Lerngruppe)
nicht zu bewältigen. Sie taugt nicht als Alternative zur Äußeren
Differenzierung in Kursen oder Klassen. (Roeder 1997)
2.
Wenn in einer Klasse die
Unterschiede der Vorkenntnisse und der Begabungen allzu groß sind, dann zwingt
das die Lehrer zu einer Verlangsamung des Unterrichtstempos und zu einer
Intensivierung des Übens und Wiederholens. „Diese repetitive Unterrichtsführung
nützt wider Erwarten Schülern mit ungünstigen Eingangsvoraussetzungen nur
wenig, während die Lernfortschritte der Schüler des oberen Leistungsdrittels
merklich beeinträchtigt werden.“ (Baumert, Roeder, Sang und Schmitz 1986)
3.
„Selbst unter den günstigen
Bedingungen des Gymnasiums ist es eine schwierige Aufgabe, eine befriedigende
Balance zwischen optimaler Leistungsförderung und Leistungsausgleich zu finden.
Sie wird nur von einer Minderheit der Lehrer wirklich bewältigt.“ (Roeder
1991)
4.
„Unübersehbar zeigen
sich deutliche Leistungsvorteile der Gymnasiasten aus den Bundesländern mit
vierjähriger Grundschule“ (Köller
und Baumert 2008). - Der Abschnitt steht unter der Überschrift: „Frühe
Differenzierung fördert leistungsstarke Schüler.“
5.
In Dreier-Differenzierung
arbeitende Schulsysteme haben und garantieren höhere Lernleistungen als in
Zweier-Differenzierung arbeitende Systeme. (Prof. Dr. Helmut Fend 1984)
6.
Gesamtschulen haben für
„vergleichbare“ Schüler keinen höheren Fördereffekt als Hauptschulen: „Bei
gleichen Eingangsbedingungen wird am Ende der 10. Jahrgangsstufe ein identischer
Wissensstand erreicht.“ (Baumert und Köller 1998)
7.
Realschüler hatten schon am
Anfang des 7. Jahrgangs gegenüber den „vergleichbaren“ Gesamtschülern in
Englisch und Mathematik einen Wissensvorsprung von etwa einem Schuljahr. (Köller
1996)
8.
Realschulen haben auch in den
späteren Jahrgängen für „vergleichbare“ Schüler einen deutlich höheren
Fördereffekt als Gesamtschulen: „Bei gleichen intellektuellen und sozialen
Eingangsbedingungen erreichen Realschüler am Ende der Sekundarstufe I etwa in
Mathematik einen Wissensvorsprung von etwa zwei Schuljahren.“ (Baumert und
Köller 1998)
9.
„Noch stärker sind die
Effekte, wenn man Gesamtschule und Gymnasium vergleicht. Bei gleichen
intellektuellen und sozialen Bedingungen beträgt der Leistungsvorsprung in
Mathematik an Gymnasien mehr als zwei Schuljahre.“ (Baumert
und Köller 1998)
10.
Der Leistungsrückstand der
Gesamtschüler in Mathematik bleibt so bis zum Ende des 13. Jahrgangs bestehen.
Er entspricht dem Abstand von zwei Notenstufen. Im Fach Englisch erfolgt während
der Oberstufe ein Leistungseinbruch von mehr als 40 Prozent. (Köller, Baumert,
Schnabel u.a. 1999 und 2004)
11.
Durch ihre Herkunft
benachteiligte, leistungsschwächere Kinder sind in undifferenzierten oder
unzureichend differenzierten Lerngruppen weiterführender Schulen durch den
Bezugsgruppeneffekt und die ständigen Aufwärtsvergleiche hohen psychischen
Belastungen ausgesetzt, die ihnen an Hauptschulen erspart bleiben: „Nach
diesen Ergebnissen stellen Hauptschulen im Hinblick auf die Persönlichkeitsentwicklung
also eher selbstwertschützende Nischen dar - und zwar auch und gerade
dann, wenn das Fähigkeitsniveau der Schülerschaft sinkt.“ (Baumert,
Stanat und Watermann 2006)
12.
Auch bezüglich des
Sozialverhaltens „zeigen sich auf der Gesamtschule insgesamt die ungünstigsten
Verläufe: Hier lässt sich ein Anstieg des Egoismus- bei simultanem Absinken
des Altruismusmotivs feststellen.“ (Köller 1996)
Es
gibt aus der Bildungsforschung keinen einzigen überzeugenden Hinweis auf
Vorteile eines „längeren gemeinsamen Lernens“. Wohl aber gibt es dort viele
Hinweise darauf, dass ein „längeres gemeinsames Lernen“ sowohl für die
leistungsstärkeren als auch für die leistungsschwächeren Schüler
Nachteile bringt. Nähere
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