„Schubladen“
– gibt es verschiedene Menschenkategorien?
Der ewige Schulpolitikstreit bleibt uns wohl erhalten. Angesichts der
mangelhaften Leistungen unserer Schulen muß es im Sinne der jetzigen Schüler
zu allererst um eine Sicherstellung und Verbesserung des Unterrichts gehen. Aber
aus gewissen Politikerkreisen wird wieder laut nach Strukturveränderungen
geschrien.
Entlarvend sind die Begriffe, die in diesem Dauerdisput benutzt werden:
„Einsortieren“
in „Schubladen“, „Selektion“ bzw. „Frühselektion“,
„Restschule“, „Aufsteigen“, „Absteigen“, „höhere“/„niedrigere“
Schullaufbahn... Bestimmt die besuchte Schulform den Wert eines Menschen?!
Menschen sind nun mal unterschiedlich, jeder ist ein „Unikat“, Gott sei
Dank. Und jeder hat seine Eigenheiten, seine speziellen Stärken und Schwächen.
Aber ist irgendein Mensch berechtigt, andere Menschen als „geringer“, also minderwertig
abzuklassifizieren, weil sie z.B. „nur“ zur Hauptschule gehen? Mit
welchem Recht wird diese Schule diffamiert, die
gerade besonders intensiv genau die Begabungen und Stärken ihrer Schülerinnen
und Schüler fördert, die an anderen Schulen ständig von Mißerfolgserlebnissen
belastet würden? Es gibt so viele hervorragende Beispiele für die gute Arbeit
an Hauptschulen (siehe www.hauptschulpreis.ghst.de). Davon kann so manche
Gesamtschule, Realschule und manches Gymnasium viel lernen!
Was ist „höher“ an einer
intellektuellen Begabung? Was ist „geringer“ an einer praktischen oder
handwerklichen Begabung?
Mit welchem Recht, meine Damen und Herren Bildungspolitiker, sprechen Sie von
Menschen in solchen Kategorien? Das ist
unethisch und menschenverachtend!
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